
28. April 2026© LAG WfbM Hessen
Träger-/Leitungen-Tagung 2026
Die zweitägige Träger-/Leitungen-Tagung ist eine der wichtigsten Veranstaltungen der LAG WfbM Hessen. Denn hier kommen nicht nur die Entscheider aus den hessischen Werkstattträgern zusammen. Am ersten Veranstaltungstag sind auch immer Vertreter*innen von Leistungsträgerseite, Politik und Verbänden zu Gast.
So konnte Christoph Hille, Vorsitzender der LAG WfbM Hessen, in diesem Jahr hochrangige Gäste begrüßen: Manuela Strube, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, war ebenso gekommen wie Susanne Simmler, Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), und Alexander Heppe, Erster Beigeordneter im LWV.
Darüber hinaus war Frederik André Marohn von der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit vor Ort, sowie Vertreter*innen der Liga der Freien Wohlfahrtspflege und des bpa. Die LAG der Werkstatträte Hessen wurde durch ihren neu gewählten 1. Vorsitzenden Uwe Nussbaum und den neuen 2. Vorsitzenden Daniel Tabert vertreten.
Den inhaltlichen Auftakt machte Staatssekretärin Manuela Strube, indem sie über den aktuell laufenden Dialogprozess zur Eingliederungshilfe berichtete. Da das Land Hessen derzeit den Vorsitz der Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Länder (ASMK) innehat, liegt es in ihrer Verantwortung, diesen Prozess zu koordinieren. Themen, die im Dialogprozess behandelt werden, sind unter anderem systemfremde Leistungen in der Eingliederungshilfe, Bürokratieabbau, Pauschalierungen und das Wunsch- und Wahlrecht. Strube stellte für Mitte des Jahres ein erstes Ergebnis des Dialogprozesses in Aussicht, das dann auch in die Gespräche mit den Verbänden gegeben werden soll. Ziel sei es, bis zur nächsten ASMK-Sitzung Ende des Jahres ein gemeinsames Papier aller Bundesländer zu verabschieden, das dann ein Gesetzgebungsverfahren für das Jahr 2027 anstößt.
Anschließend informierte Alexander Heppe über die aktuellen Entwicklungen in Hessen bezüglich des Zukunftssicherungsbeitrages (ZSB), der im letzten Jahr verhandelt wurde. Etwa drei Viertel aller Träger hätten den ZSB angenommen, der nun zum 1. Juli 2026 umgesetzt werde. Dieser Prozess binde derzeit so viele Ressourcen im LWV, dass die angekündigten Modellprojekte zur Erprobung neuer Finanzierungsmodelle vorerst ausgesetzt worden seien.
Auch bezüglich der derzeit bei einigen Trägern stattfindenden Prüfungen äußerte sich Heppe. Der LWV verfolge damit das Ziel, die seit der Umstellung 2023 entstandenen Mehraufwendungen zu untersuchen und zu plausibilisieren. Deswegen seien vor allem Träger ausgewählt worden, bei denen die höchsten Zuwächse bei den Bedarfsmengen zu verzeichnen seien. Heppe warb bei den Leistungserbringern dafür, gemeinsam daran zu arbeiten, die steigende Kostendynamik in den Griff zu bekommen.
Nach der Mittagspause appellierte dann Landesdirektorin Susanne Simmler an die Leistungserbringer, die Anstrengungen bei der Ermöglichung von Übergängen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erhöhen. Sie forderte dazu auf, gemeinsam die Schnittstellen zwischen Werkstätten und Unternehmen genauer in den Fokus der Bemühungen zu nehmen, um hier weitere Erfolge erzielen zu können. Der LWV sei offen, auch neue und noch unerprobte Wege zu gehen.
Passend dazu berichteten Corinna Zahn (Integrationsamt) und Jürgen Melchior (LWV) über die aktuellen Entwicklungen bei den Übergängen in Hessen. So konnte das Integrationsamt im Jahr 2025 in insgesamt 53 Fällen aus HePAS finanzierte Übergangsprämien ausschütten. Zudem stieg die Zahl der betriebsintegrierten Beschäftigungsplätze Ende 2025 auf 1.832.
Ein weiteres Thema war die Umsetzung des neuen Fachkonzeptes für das Eingangsverfahren und den Berufsbildungsbereich der Bundesagentur für Arbeit. Frederik André Marohn und Thomas Bauer (LAG WfbM) berichteten über die zahlreichen, die Umsetzung begleitenden, Aktivitäten und Materialien. Noch offene Fragen der Umsetzung sollen in einem gemeinsamen Termin von Regionaldirektion, LWV und LAG WfbM im Juni besprochen werden.
Zum Abschluss des ersten Tages berichtete die LAG WR Hessen über die aktuellen Themen ihrer Arbeit.
Der zweite, interne Tag der Träger-/Leitungen-Tagung stand dann im Zeichen der Information der Mitglieder und des Austausches untereinander. Neben der Reflexion des Vortages ging es um den Austausch über aktuelle Entwicklungen in den Trägern. Weitere Themen waren der Bericht über die Aktivitäten der LAG WfbM in den vergangenen Monaten sowie ein Ausblick auf die kommenden Veranstaltungen.