
15. Juni 2026© Johannes Knöfel - LAG Wohnen
KI in der Eingliederungshilfe
Dass KI die Welt verändern wird, ist inzwischen offensichtlich. Prof. Dr. Michael Macsenaere vom Zentrum für gemeinwohlorientierte KI (GKI) in Mainz betonte: „Wir werden in fünf Jahren in einer völlig anderen Welt leben.“ Er warb dafür, die Entwicklung aktiv mitzugestalten, anstatt abzuwarten und dann auf die Ausgestaltung dieser neuen Welt keinen Einfluss mehr zu haben.
Prof. Macsenaere sieht deshalb in der Entwicklung einer fachlichen KI für die Eingliederungshilfe die Möglichkeit, diesen Prozess aktiv zu nutzen. So könnte eine „Eingliederungshilfe-KI“ Mitarbeitende entlasten, Wissen bündeln und schneller verfügbar macht und Entscheidungsprozesse unterstützt. Perspektivisch werden Anwendungen nicht nur für Fachkräfte, sondern auch für Menschen mit Unterstützungsbedarf nutzbar sein und so neue Teilhabemöglichkeiten eröffnen.
Um eine solche KI zu entwickeln, bereitet Prof. Macsenaere gerade ein Projekt vor, das auf ein praxisnahes Vorgehen setzt. Interessierte Einrichtungen können sich an der Entwicklung einer solchen KI beteiligen und sich so von Anfang an in die Erarbeitung von entsprechenden Lösungen einbringen. Dabei gilt das Prinzip „human in the loop“ – der Mensch bleibt jederzeit eingebunden, steuert und überprüft die KI. Erste Schwerpunkte liegen auf der Unterstützung bei Dokumentation, Protokollen und Berichten. Ziel ist es, schnell erste praxiserprobte Lösungen zu entwickeln und diese schrittweise auszubauen.
Das Projekt bietet die Chance, KI „von innen heraus“ kennenzulernen und gezielt für die eigenen Anforderungen zu formen. Gleichzeitig ist klar: Dieses Vorhaben kann nur gelingen, wenn möglichst viele Einrichtungen mitwirken.
Georg Forchmann, stellvertretender Vorsitzender der LAG Wohnen, lud alle interessierten Leistungserbringer in Hessen ein, sich an dem Projekt zu beteiligen: „Lassen Sie uns gemeinsam starten mit dem Ziel, künftig vorne dabei zu sein und Lösungen aktiv mitzugestalten, anstatt sie lediglich zu übernehmen.“
Interessierte können sich ==> hier über das Projekt informieren. Eine Anmeldung zur Teilnahme ist bis 31. Juli 2026 unter info@gemeinwohl.ai möglich.
Der zweite Themenschwerpunkt der Tagung widmete sich dem Thema Robotik. Hier lieferten Claudia Schmitt und Kay Bärmann von der Symbiosika GmbH spannende Einblicke in die rasante Entwicklung der Robotik. Auch dieses Thema bietet Chancen – allerdings sind die finanziellen Dimensionen hier so, dass sich Robotik wahrscheinlich auf absehbare Zeit keine wirkliche Rolle in der Eingliederungshilfe spielen wird.
Insgesamt war die Veranstaltung ein guter Impuls für die hessische Eingliederungshilfe, dass es wichtig ist, sich bereits heute intensiv mit den kommenden Entwicklungen auseinanderzusetzen und diese möglichst mitzugestalten. Nur so lassen sich die Potenziale, die gerade das Thema KI bietet, auch sinnvoll nutzbar machen.